Incogni Alternative 2026: Kosten, Leistung und DSGVO im Vergleich
Ihre Adresse steckt eher in einer Kartei in Gütersloh als in einer Personensuche in Ohio. Löschanfragen bei deutschen Brokern einrichten Eigenwerbung
Auf einen Blick: Incogni oder Datenputzer?
- Datenputzer: Fokus auf DACH-Werbebroker (Post Direkt, AZ Direct, Acxiom u.a.)
- Incogni: sehr breite Broker-Liste, Stärke in USA und Großbritannien
- Löschanträge und Support auf Deutsch, Abrechnung in Euro
- Incogni kostet laut Anbieter ab 7,99 US-Dollar im Monat (nur im Jahresabo), monatlich zahlbar ab 15,98 US-Dollar
- Ehrlich: Bonitätseinträge (SCHUFA & Co.) löscht kein Dienst per DSGVO
Stand: Oktober 2026
Sie suchen eine Incogni Alternative, die auf Deutschland zugeschnitten ist? Die kurze Antwort: Incogni kostet im Standardtarif laut eigener Preisseite 15,98 US-Dollar bei monatlicher Zahlung oder 95,88 US-Dollar im Jahr (Stand Oktober 2026) und ist stark bei US-Personensuchen. Ob sich das für Sie lohnt, hängt davon ab, welche Datenhändler Ihre Adresse hierzulande tatsächlich vermarkten und welche Hebel die DSGVO Ihnen dagegen gibt.
In diesem Artikel vergleichen wir Incogni, den Löschdienst aus dem Umfeld des VPN-Anbieters Surfshark, mit Datenputzer. Wir zeigen, wo ein internationaler Dienst seine Stärken hat, wo lokale Ausrichtung den Unterschied macht und, genauso wichtig, was kein Löschdienst leisten kann, egal wie er wirbt.
Der große Vergleich: Datenputzer vs. Incogni
Beide Dienste arbeiten nach demselben Grundprinzip: Sie geben einmal Ihre Daten an, der Dienst schreibt in Ihrem Namen Datenbroker an und verlangt die Löschung. Das juristische Werkzeug dafür ist in Europa das Recht auf Löschung nach Art. 17 DSGVO, umgangssprachlich das „Recht auf Vergessenwerden". Die Unterschiede liegen in den Details: Wen schreibt der Dienst an, in welcher Sprache, und wie wird abgerechnet?
| Merkmal | Datenputzer (DE) | Incogni (International) |
|---|---|---|
| Rechtsrahmen | DSGVO, Anbieter in Deutschland | DSGVO, CCPA u.a. je nach Land |
| Fokus-Broker | Über 100 Werbe-, Adress- und Adtech-Broker mit DACH-Bezug | Mehrere hundert Broker weltweit, viele US-Personensuchen |
| Sprache der Anträge & Support | Deutsch | Überwiegend Englisch |
| Abrechnung | Jahresabo in Euro | Monats- oder Jahresabo, Preise in US-Dollar (Wechselkurs) |
| Zusatz-Schutz | Darknet-Radar, Tiefenscan, Alias-Postfach u.a. | Schwerpunkt Löschung |
| Bonitätseinträge (SCHUFA & Co.) | Nicht per DSGVO löschbar | Nicht per DSGVO löschbar |
Angaben zu Incogni nach öffentlich einsehbaren Informationen des Anbieters, Stand Oktober 2026. Leistungsumfang und Tarife können sich ändern.
Wenn Sie zusätzlich einen weiteren US-Dienst in Betracht ziehen, finden Sie im Vergleich von DeleteMe und Datenputzer dieselbe Frage aus einem anderen Blickwinkel beantwortet.
1. Das Deutschland-Problem: Welche Broker hier wirklich zählen
Incogni deckt nach eigenen Angaben mehrere hundert Datenbroker ab, und ein großer Teil davon sind US-amerikanische „People Search Sites". Das sind Personensuchmaschinen, bei denen jeder gegen ein paar Dollar Wohnadresse, Telefonnummer und Verwandte eines Fremden nachschlagen kann. Wer in den USA lebt, hat dort ein echtes Problem, und für dieses Problem ist ein Dienst wie Incogni gebaut.
In Deutschland läuft der Adresshandel anders. Hier heißen die großen Datensammler nicht Whitepages oder Spokeo, sondern zum Beispiel Deutsche Post Direkt, AZ Direct (Bertelsmann), Schober Information Group, Acxiom oder im Online-Werbemarkt emetriq und United Internet Media (GMX, WEB.DE). Sie betreiben keine öffentliche Suchmaske, sondern verkaufen sogenannte Zielgruppen-Selektionen: Ein Versandhändler bestellt zum Beispiel „Haushalte mit Kindern, Eigenheim, Postleitzahl 8xxxx", und Ihre Adresse landet im Werbebrief, ohne dass Sie je bei diesem Händler gekauft haben. Im Netz passiert dasselbe mit Werbe-IDs und Cookie-Profilen, also einer Art digitaler Kundenkarte, die Sie nie beantragt haben.
Diese Firmen arbeiten nach deutschem Datenschutzrecht und erwarten Anträge, die sich sauber auf die DSGVO stützen und Sie eindeutig identifizieren. Ein deutschsprachiger Antrag mit korrekter Rechtsgrundlage ist dabei kein Zauberspruch, aber er vermeidet Rückfragen und Missverständnisse, die eine Löschung um Wochen verzögern könnten. Wie das konkret bei der Post aussieht, zeigt unsere Anleitung Werbepost stoppen: So widersprechen Sie der Deutschen Post Direkt.
Genau auf diese Ebene ist Datenputzer ausgerichtet: Wir versenden Löschanfragen nach Art. 17 DSGVO an über 100 Werbe-, Adress- und Adtech-Broker mit Bezug zum deutschsprachigen Raum und wiederholen die Anträge regelmäßig. So funktioniert die Datenbroker-Löschung im DetailEigenwerbung
Real Talk: Was kein Löschdienst kann
Misstrauen Sie jedem Anbieter, der verspricht, Ihren SCHUFA-Score „per DSGVO" aufzuräumen. Auskunfteien wie SCHUFA, CRIF oder Creditreform speichern Bonitätsdaten auf eigener Rechtsgrundlage, und ein korrekter Eintrag bleibt stehen, bis seine gesetzliche Speicherfrist abgelaufen ist. Was Sie dort tun können: kostenlos Auskunft nach Art. 15 DSGVO verlangen und nachweislich falsche Einträge nach Art. 16 DSGVO berichtigen lassen. Das gilt für Incogni genauso wie für uns.
Etwas komplizierter wird es bei Konzernen, die beides unter einem Dach betreiben, also eine Bonitätssparte und eine Marketingsparte. Deren Werbe- und Trackingdaten sind sehr wohl Ziel einer Löschanfrage, die Bonitätsauskunft dagegen nicht. Wie Sie diese Trennung in der Praxis ziehen, erklärt unser Beitrag Experian & Riverty: Trackingdaten löschen, Bonitätsdaten verstehen.
2. Was kostet Incogni?
Incogni bietet vier Tarife für Privatkunden an, die sich vor allem in zwei Punkten unterscheiden: wie viele Personen geschützt werden und ob neben den automatisch angeschriebenen Brokern auch eigene, individuelle Löschanfragen enthalten sind. Den größten Einfluss auf den Preis hat aber die Zahlweise. Wer monatlich zahlt, zahlt ungefähr das Doppelte. Die folgenden Beträge stammen von der offiziellen Preisseite von Incogni, Stand Oktober 2026:
| Incogni-Tarif | Monatliche Zahlung | Jahresabo pro Monat | Jahresabo gesamt |
|---|---|---|---|
| Standard (1 Person) | 15,98 $ | 7,99 $ | 95,88 $ |
| Unlimited (1 Person) | 29,98 $ | 14,99 $ | 179,88 $ |
| Family (Familie) | 31,98 $ | 15,99 $ | 191,88 $ |
| Family Unlimited | 45,98 $ | 22,99 $ | 275,88 $ |
Quelle: incogni.com/pricing, abgerufen im Oktober 2026. Die Monatsbeträge der Tarife Unlimited, Family und Family Unlimited ergeben sich aus den dort genannten Jahresvergleichspreisen geteilt durch zwölf. Incogni weist darauf hin, dass zusätzlich Umsatzsteuer anfallen kann, und gewährt eine 30-tägige Geld-zurück-Garantie. Preise und Aktionen ändern sich häufig, maßgeblich ist immer die Anzeige beim Abschluss.
Wichtig beim Lesen solcher Preistabellen: Der beworbene Monatspreis von 7,99 US-Dollar ist ein Rechenwert. Tatsächlich zahlen Sie im Standardtarif die volle Jahressumme von 95,88 US-Dollar im Voraus, so wie bei einem Zeitschriftenabo, das nur günstig ist, wenn Sie gleich zwölf Hefte nehmen. Wer erst einmal einen Monat testen möchte, landet beim doppelten Monatsbetrag.
Abrechnung in Dollar: Was das für Kunden in Deutschland bedeutet
Incogni nennt seine Preise in US-Dollar. Für Kunden in Deutschland bedeutet das: Der Betrag auf der Kartenabrechnung schwankt mit dem Wechselkurs, und manche Banken berechnen zusätzlich eine Auslandseinsatzgebühr. Ein Leser hat uns seinen Kontoauszug gezeigt, so sieht das in der Praxis aus:
VISA Debitkartenumsatz vom 18.12.2025 in Fremdwährung / Ursprungsbetrag in Fremdwährung 16,73 USD / Umrechnungsrate: 1 Euro=1,16993010 USD
Datenputzer wird als Jahresabo in Euro abgerechnet, ohne Fremdwährung. Unseren eigenen Betrag nennen wir hier bewusst nicht, weil Preise sich ändern und dieser Artikel länger lesbar bleiben soll als eine Preisliste. Den aktuellen Betrag sehen Sie verbindlich im Buchungsformular, bevor Sie etwas abschließen. Aktuellen Jahrespreis ansehen und Löschschutz einrichtenEigenwerbung
Beim reinen Preisvergleich lohnt außerdem ein Blick auf das, was im Paket steckt. Bei Incogni zahlen Sie für die Löschung, beim Unlimited-Tarif zusätzlich für eigene Löschanfragen an frei gewählte Firmen. Bei Datenputzer sind neben der Broker-Löschung auch Darknet-Radar und Tiefenscan enthalten (Details in Abschnitt 4). Zur Einordnung, worauf wir uns konzentrieren: Wir schreiben nicht wahllos tausende Seiten an, die Ihre Daten vermutlich nie hatten, sondern die Werbe- und Adressbroker, deren Datensätze Ihnen im Alltag als Werbeflut im Briefkasten, als Anruf eines „Gewinnspielteams" oder als passgenau zugeschnittene Online-Werbung begegnen.
3. Deutsche Anträge, deutscher Support, klare Fristen
Wenn ein Broker die Löschung verzögert, Rückfragen zur Identität stellt oder nur einen Werbewiderspruch statt einer Löschung bestätigt, brauchen Sie jemanden, der den Vorgang einordnet. Bei Incogni läuft der Support überwiegend auf Englisch. Bei Datenputzer schreiben Sie auf Deutsch und bekommen Antworten auf Deutsch.
Die Fristen sind dabei klar geregelt: Nach Art. 12 Abs. 3 DSGVO muss ein Unternehmen unverzüglich, spätestens innerhalb eines Monats reagieren. In komplexen Fällen darf es um zwei weitere Monate verlängern, muss Ihnen das aber innerhalb des ersten Monats mit Begründung mitteilen. Schweigt ein Broker einfach, ist das kein Freifahrtschein, sondern ein Fall für die zuständige Datenschutz-Aufsichtsbehörde.
Wer lieber selbst Briefe schreibt, findet bei der Verbraucherzentrale Hamburg einen kostenlosen Musterbrief für den Werbewiderspruch nach Art. 21 DSGVO. Das funktioniert gut für einzelne Absender. Der Aufwand wächst aber mit jedem Broker, denn jedes Schreiben will verschickt, jede Frist notiert und jede Antwort geprüft werden. Die Briefe an über 100 Broker abgeben und Fristen überwachen lassenEigenwerbung
4. Mehr als nur Löschen: Ein komplettes Schutzpaket
Incogni setzt seinen Schwerpunkt auf die Datenlöschung. Datenputzer ergänzt die Broker-Löschung um Werkzeuge, die an den Stellen ansetzen, an denen neue Datenspuren entstehen oder alte wieder auftauchen.
- Darknet-Radar: Ein Frühwarnsystem, das neue Datenlecks fortlaufend auswertet. Taucht Ihre E-Mail-Adresse in einem Leak auf, werden Sie benachrichtigt und können Passwörter wechseln, bevor Betrüger es ausnutzen.
- Tiefenscan: Eine digitale Inventur, die verwaiste Konten und alte Registrierungen aufspürt, die Sie längst vergessen haben, die aber noch Daten über Sie enthalten.
- Wegwerf-E-Mail mit Postfach: Geben Sie bei Shops, Newslettern und Gewinnspielen nicht mehr Ihre echte Adresse an, sondern eine eigene Alias-Adresse pro Anbieter. Wird diese verkauft oder geleakt, sehen Sie sofort, woher es kam, und schalten sie einfach ab. Alias-Adressen mit eigenem Postfach anlegenEigenwerbung (Empfang und Weiterleitung, das Versenden vom Alias ist noch nicht möglich).
Darknet-Radar und Tiefenscan sind bereits im Basis-Tarif enthalten. Das Alias-Postfach gehört zum Tarif „Tiefenreinigung". Welcher Umfang für Sie passt, zeigt der Tarifvergleich Basis und Tiefenreinigung.
Fazit: Wann ist welche Lösung die richtige?
- Incogni (oder DeleteMe) passt, wenn Sie längere Zeit in den USA oder Großbritannien gelebt haben und dort in Personensuchmaschinen auftauchen. Für diesen Markt ist die breite internationale Liste die Stärke dieser Dienste.
- Datenputzer passt, wenn Sie in Deutschland, Österreich oder der Schweiz leben und vor allem Werbepost, Werbeanrufe und Tracking-Profile von Adress- und Werbebrokern loswerden wollen, mit deutschen Anträgen, Abrechnung in Euro und Zusatzschutz gegen neue Leaks.
- Beides kann sinnvoll sein, wenn Sie in beiden Welten Spuren hinterlassen haben. Doppelte Anfragen an denselben Broker schaden nicht.
Wer in Deutschland lebt und den Werbedruck an der Quelle reduzieren will, setzt dort an, wo die Adresskarteien liegen. Löschanfragen an DACH-Broker jetzt auf den Weg bringenEigenwerbung
FAQ: Häufige Fragen zum Löschdienst
Welcher Dienst ist eine Alternative zu Incogni?
Kann Datenputzer oder Incogni meinen SCHUFA-Eintrag löschen?
Was kostet Incogni?
Wie teuer ist Datenputzer im Vergleich zu Incogni?
Wie lange dauert die Löschung bei Datenhändlern?
Kann ich Incogni und Datenputzer gleichzeitig nutzen?
Machen Sie es Datenhändlern schwerer.
Die Adresskarteien, aus denen Ihre Werbepost stammt, stehen nicht in Kalifornien. Lassen Sie Ihre Daten dort löschen, wo sie hierzulande gehandelt werden, auf Deutsch und mit Fristkontrolle.
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