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LinkedIn DSGVO-Beschwerde: Ihre Daten als Premium-Luxusgut?

Von Kevin Pabst
IT-Security Expert
LinkedIn Logo auf Smartphone
Bildquelle: Unsplash (Gemeinfrei)

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Auf einen Blick: Die LinkedIn-Beschwerde

  • Beschwerdeführer: noyb (Max Schrems) vor der österreichischen DSB.
  • Kernproblem: Auskunft über Profilbesucher nur gegen Bezahlung (Premium).
  • Vorwurf: Verstoß gegen Art. 15 DSGVO (unentgeltliche Kopie der Daten).
  • Gefahr: Monetarisierung von Grundrechten schafft 2-Klassen-Datenschutz.

Stellen Sie sich vor, Sie möchten wissen, wer in Ihrem digitalen Vorgarten spazieren geht. Sie klopfen beim Eigentümer des Zauns an und bitten um Einsicht in das Protokoll. Die Antwort: "Gerne, aber das kostet 30 Euro im Monat." Was klingt wie eine schlechte Geschäftsidee, ist aktuell Kern einer offiziellen DSGVO-Beschwerde gegen das Karrierenetzwerk LinkedIn.

Der Vorwurf: Auskunftsrecht hinter der Bezahlschranke

Am 5. Mai 2026 hat die Datenschutzorganisation noyb offiziell Beschwerde eingereicht. Der Vorwurf wiegt schwer: LinkedIn soll das fundamentale Auskunftsrecht nach Artikel 15 der DSGVO untergraben. Jeder Nutzer hat das gesetzliche Recht, unentgeltlich eine Kopie all seiner personenbezogenen Daten anzufordern. Dazu gehören eben auch die Daten darüber, wer Ihr Profil besucht hat – schließlich sind diese Besuche untrennbar mit Ihrer digitalen Identität verknüpft.

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Wenn Unternehmen beginnen, gesetzliche Auskunftsrechte nur gegen eine monatliche Gebühr (hier ca. 30 € für Premium) vollständig zu gewähren, wird Datenschutz zum Luxusgut. Wer nicht zahlt, bleibt im Dunkeln über seine eigenen Datenströme.

Laut noyb verweigert LinkedIn Basis-Nutzern die vollständige Herausgabe dieser Informationen mit dem Argument, man müsse den Datenschutz der Besucher wahren. Doch dieses Argument bekommt Risse, sobald man die Kreditkarte zückt: Für zahlende Premium-Mitglieder werden genau diese "schützenswerten" Daten plötzlich sichtbar.

Die Gegenargumente: Privatsphäre vs. Spielfeldregeln

LinkedIn weist die Vorwürfe entschieden zurück. Ein Sprecher betonte, man erfülle die DSGVO-Anforderungen und schütze lediglich die Privatsphäre derjenigen, die anonym bleiben möchten. Hier prallen zwei Welten aufeinander:

Kritiker wie Max Schrems halten dagegen: Datenschutz darf kein Vorwand für eine Monetarisierung sein. Wenn LinkedIn die Daten technisch vorhält und für Premium-Kunden auswertet, sind es personenbezogene Daten des Profilinhabers. Punkt.

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Fehlender Consent: Tracking ohne Erlaubnis?

Ein weiterer Punkt der Beschwerde betrifft das Tracking an sich. noyb hinterfragt, ob LinkedIn überhaupt die Erlaubnis hat, jeden Profilbesuch ohne explizite Einwilligung (Consent) zu protokollieren. In Zeiten strenger Cookie-Banner wirkt ein automatisches Tracking von Nutzerinteraktionen innerhalb einer geschlossenen Plattform oft wie eine Grauzone.

Was bedeutet das für Sie?

Der Ausgang dieses Verfahrens könnte weitreichende Folgen haben:

  • Präzedenzfall: Dürfen DSGVO-Rechte bepreist werden?
  • Auskunftspflicht: Müssen Netzwerke alle internen Trackingdaten offenlegen?
  • Transparenz: Erhalten Basis-Nutzer künftig mehr Einblick ohne Abo-Zwang?

Ist Ihre E-Mail in LinkedIn-Leaks?

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Fazit: Privatsphäre ist kein Add-on

Egal ob Sie ein Premium-Abo haben oder nicht: Ihre Daten gehören Ihnen. Der Fall LinkedIn zeigt deutlich, dass wir uns in einer Ära befinden, in der Konzerne versuchen, gesetzliche Schutzrechte in kostenpflichtige "Features" umzuwandeln. Es ist an der Zeit, dass die Aufsichtsbehörden hier eine klare Grenze ziehen.

Was ist das Auskunftsrecht nach Art. 15 DSGVO?
Nach Art. 15 DSGVO haben Sie das Recht, von einem Unternehmen zu erfahren, ob personenbezogene Daten über Sie verarbeitet werden. Wenn ja, müssen Ihnen diese Daten in einer gängigen Kopie unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden. Dies umfasst auch Informationen über die Herkunft, die Empfänger und den Zweck der Datenverarbeitung.
Kann ich meine Daten bei LinkedIn löschen lassen?
Ja, Sie haben jederzeit das "Recht auf Löschung" (Art. 17 DSGVO). Sie können Ihr Profil schließen oder LinkedIn auffordern, bestimmte Daten zu entfernen. Beachten Sie jedoch, dass Daten, die bereits von Dritten (Scrapern) abgegriffen wurden, nicht direkt durch LinkedIn gelöscht werden können – hier hilft oft nur ein professioneller Dienst wie Datenputzer.

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