Handy und Laptop verkaufen: Daten wirklich unwiderruflich löschen
Der Käufer bekommt das Gerät. Was er sonst noch bekommt, entscheidet sich in den zehn Minuten davor. Digitale Altlasten aufspüren lassen
Ein Werksreset allein reicht nicht in jedem Fall. Entscheidend sind zwei Dinge: ob der Speicher verschlüsselt war und ob Sie Ihre Konten vorher vom Gerät getrennt haben. Bei Laufwerken kommt es zusätzlich auf die Bauart an, HDD und SSD brauchen verschiedene Verfahren. Und ein Teil Ihrer Daten liegt ohnehin woanders.
Auf einen Blick: Geräte sicher weitergeben
- Die Reihenfolge ist wichtiger als das Werkzeug: erst Konten abmelden, dann löschen.
- Verschlüsselung macht den Reset erst wirksam, weil dabei nur der Schlüssel stirbt.
- HDD überschreiben, SSD per Secure Erase, USB-Stick und SD-Karte besser zerstören.
- Router, Drucker, Auto und Smartwatch speichern mehr, als ihr Preis vermuten lässt.
- Nach dem Verkauf: Gerät aus der Kontoliste werfen, zweiten Faktor umziehen.
- Der leere Speicher ändert nichts an dem, was Werbedatenbanken über Sie führen.
Warum ein Werksreset nicht automatisch alles löscht
Wenn Sie eine Datei löschen, passiert im Speicher zunächst wenig. Das Betriebssystem streicht den Eintrag aus dem Inhaltsverzeichnis und gibt den Platz zum Überschreiben frei. Die Bits selbst bleiben liegen, bis etwas Neues sie überschreibt, und das kann Monate dauern oder nie geschehen. Stellen Sie sich ein Lagerhaus vor, in dem eine Kiste nicht ausgeräumt, sondern nur aus der Bestandsliste gestrichen wird. Wer die Liste ignoriert und die Regale abgeht, findet sie.
Genau das machen forensische Werkzeuge. Wie ergiebig das ist, hat das Datenrettungsunternehmen Attingo untersucht: Es kaufte 100 gebrauchte Datenträger von Auktions- und Kleinanzeigenplattformen in Deutschland und Österreich, im Schnitt für rund sechs Euro pro Stück. Auf über 73 Prozent davon lagen noch vertrauliche Inhalte, darunter Gehaltslisten, Kundendaten und ein kompletter Mailserver. In einer früheren Erhebung desselben Anbieters aus dem Jahr 2014 waren es 28 Prozent gewesen. Der Anteil ist also nicht gesunken, obwohl das Thema seit Jahren bekannt ist.
Der zweite Grund, warum ein Reset trügerisch sein kann, ist die Menge an Geräten, die überhaupt nie zurückgesetzt wird. Der Digitalverband Bitkom kam bei einer repräsentativen Befragung von 1.004 Personen ab 16 Jahren im Frühjahr 2025 auf rund 195 Millionen ausrangierte Handys in deutschen Haushalten. 89 Prozent der Befragten besitzen mindestens ein ungenutztes Gerät. Jedes dieser Telefone in einer Schublade ist in aller Regel noch angemeldet, noch mit dem Konto verknüpft und noch voll mit Nachrichten.
Security Alert / Real Talk
Ein Käufer hat etwas, das kein Angreifer aus dem Netz besitzt: das Gerät in der Hand und unbegrenzt Zeit. Er muss keine Firewall überwinden, keine Anmeldung erraten und keinen Verdacht erregen. Er kann das Laufwerk in Ruhe ausbauen, es an einem zweiten Rechner auslesen und beliebig oft neu ansetzen. Und er ist selten der Letzte in der Kette, denn Gebrauchtgeräte werden weiterverkauft, verschenkt und vererbt. Deshalb gilt beim Weggeben ein anderer Maßstab als bei allem, was Sie online tun: Was einmal auf dem Datenträger bleibt, bleibt für immer, und Sie erfahren nie, wer es gefunden hat.
Der Hebel gegen dieses Problem heißt Verschlüsselung. Ist ein Speicher verschlüsselt, liegen die Daten dort nur als Zeichensalat, den erst ein Schlüssel lesbar macht. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik formuliert die Konsequenz in seinen Empfehlungen zum endgültigen Löschen von Daten knapp: Wenn Sie die Daten verschlüsselt haben, reicht es aus, alle Schlüssel sicher zu löschen. Fachleute nennen das Crypto Erase. Sie räumen nicht das Lagerhaus aus, Sie vernichten den einzigen Schlüssel zum Tor. Genau das tut ein moderner Werksreset, und deshalb ist er auf aktuellen Smartphones wirksam, auf einem alten USB-Stick dagegen fast bedeutungslos.
Die richtige Reihenfolge: sieben Schritte vor dem Zurücksetzen
Die meisten Anleitungen beginnen beim Reset. Das ist der Fehler, denn die entscheidenden Handgriffe liegen davor. Wer zuerst zurücksetzt, sperrt sich selbst aus den Kontoeinstellungen aus, verliert seinen zweiten Faktor und übergibt im schlimmsten Fall ein Gerät, das der Käufer gar nicht einrichten kann. Diese Abfolge hat sich in der Praxis bewährt:
- 1. Sicherung anlegen und prüfen: Nicht nur anstoßen, sondern kontrollieren. Öffnen Sie die Sicherung auf dem neuen Gerät und suchen Sie gezielt drei Dinge: das älteste Foto, die Notizen-App und die Chatverläufe. Genau dort fehlt erfahrungsgemäß etwas.
- 2. Zweiten Faktor umziehen: Wenn auf dem alten Telefon eine Authenticator-App, ein Passkey oder eine Banking-Freigabe liegt, löscht der Reset Ihren Schlüssel zu fremden Diensten. Übertragen Sie die Codes vorher und melden Sie sich testweise einmal neu an. Wie sich Passkeys geräteübergreifend einrichten lassen, erklärt unsere Anleitung zum Umstieg auf Passkeys.
- 3. Konten manuell abmelden: Google-Konto, Apple Account, Microsoft-Konto, Samsung-Konto, dazu WhatsApp, Signal und der Passwort-Manager. Jedes einzeln in den Einstellungen entfernen, nicht darauf vertrauen, dass der Reset das mit erledigt.
- 4. Diebstahlsperre lösen: Bei Android deaktiviert das Entfernen des Google-Kontos die Factory Reset Protection, bei Apple schaltet das Abmelden aus Wo ist die Aktivierungssperre ab. Vergessen Sie diesen Schritt, verlangt das Gerät nach dem Reset Ihre alten Zugangsdaten, und der Käufer hält einen Briefbeschwerer in der Hand.
- 5. SIM, eSIM und Speicherkarte klären: Physische Karten entnehmen, wie es auch das BSI vorgibt. Bei einer eSIM fragt iOS beim Löschen, ob das Profil mit entfernt werden soll. Beim Verkauf lautet die Antwort ja, das Profil richtet Ihr Anbieter auf dem neuen Gerät neu ein.
- 6. Verschlüsselung nachsehen: Auf dem Handy unter Sicherheit oder Datenschutz, auf dem Mac bei FileVault, unter Windows bei der Geräteverschlüsselung. Ist sie aus, schalten Sie sie vor dem Reset ein und warten den Vorgang ab. Erst danach hat der Reset etwas zu vernichten.
- 7. Gegenprobe nach dem Reset: Starten Sie das gelöschte Gerät und klicken Sie die Ersteinrichtung durch, bis der Startbildschirm erscheint. Fragt das Gerät dabei nach Ihrem alten Konto, ist die Sperre noch aktiv. Dann melden Sie sich an, entfernen das Konto sauber und setzen erneut zurück.
Punkt sieben ist der Schritt, den fast niemand geht, und er kostet vier Minuten. Er beantwortet die einzige Frage, die zählt: Ist das Gerät jetzt tatsächlich so, wie es der nächste Besitzer vorfindet?
Smartphone verkaufen: Android und iPhone Schritt für Schritt
Bei Android führt der Weg über Einstellungen, System, Optionen zum Zurücksetzen, Alle Daten löschen (auf Werkseinstellungen zurücksetzen). Wichtig ist die Variante, die tatsächlich Inhalte entfernt, nicht das bloße Zurücksetzen von Einstellungen oder Netzwerkoptionen. Geräte, die ab Android 6 auf den Markt kamen, verschlüsseln ihren Speicher in aller Regel ab Werk, sodass der Reset als Crypto Erase wirkt. Für ältere Modelle gilt die Einschränkung des BSI, wonach diese Löschmethode je nach Hersteller und Gerät ausreichend sein kann, es aber nicht muss. Ein Telefon aus dieser Generation gehört nicht in den Verkauf, sondern in die Altgeräterückgabe, und zwar erst, nachdem Sie den Speicher zusätzlich gefüllt haben.
Beim iPhone genügt Einstellungen, Allgemein, iPhone übertragen oder zurücksetzen, Alle Inhalte und Einstellungen löschen. iOS deaktiviert dabei Wo ist samt Aktivierungssperre und fragt bei einer eSIM nach, ob das Mobilfunkprofil mit entfernt werden soll. Der Speicher ist bei jedem iPhone seit Jahren hardwareseitig verschlüsselt, der Löschvorgang vernichtet den zugehörigen Schlüssel und dauert deshalb nur Sekunden. Diese Kürze irritiert viele Nutzer und wird gelegentlich als Zeichen dafür gedeutet, dass nichts passiert sei. Das Gegenteil ist der Fall.
Die Verbraucherzentrale rät in ihrer Anleitung zum sicheren Löschen vor dem Verkauf zusätzlich zu einem simplen Trick für unsichere Fälle: den Speicher nach dem ersten Reset mit belanglosem Material vollschreiben, etwa mit einem langen Video einer weißen Wand, und anschließend erneut zurücksetzen. Das ist bei einem verschlüsselten Gerät überflüssig, bei einem alten unverschlüsselten Telefon aber die einzige Maßnahme, die ohne Spezialwerkzeug hilft.
Ein Punkt bleibt dabei offen, und er hat nichts mit der Technik zu tun: Ihr Konto lebt weiter. Die Fotos, Kontakte und Standortverläufe liegen im Rechenzentrum des Anbieters, nicht im verkauften Gehäuse. Wer den Anlass nutzen möchte, um auch dort aufzuräumen, findet den Einstieg in unserem Ratgeber zum Aufspüren und Schließen alter Accounts. Digitale Inventur mit dem Tiefenscan starten
Laptop und PC: HDD und SSD brauchen verschiedene Verfahren
Der häufigste Fehler beim Rechner ist die Annahme, alle Laufwerke ließen sich gleich behandeln. Prüfen Sie deshalb zuerst die Bauart. Unter Windows tippen Sie im Startmenü Laufwerke defragmentieren und optimieren ein: Die Spalte Medientyp nennt für jedes Laufwerk entweder Solid-State-Laufwerk oder Festplattenlaufwerk. Auf dem Mac steht die Angabe im Systembericht unter Speicher.
Bei einer klassischen Festplatte, also einer HDD mit rotierenden Scheiben, sitzt jedes Bit an einer festen physischen Stelle. Überschreiben funktioniert hier genau so, wie man es sich vorstellt, und laut BSI genügt in aller Regel ein Durchgang mit Zufallszahlen über die gesamte Platte. Bei einer SSD ist das anders. Ihr Controller verteilt Schreibvorgänge gleichmäßig über alle Zellen, damit einzelne nicht vorzeitig verschleißen. Ändern Sie eine Datei, landet die neue Fassung an einer anderen physischen Stelle, die alte wird lediglich zum Aufräumen vorgemerkt. Dazu kommt ein Reserveanteil von mehreren Prozent der Kapazität, den das Laufwerk für sich behält und den das Betriebssystem gar nicht sieht. Ein Überschreiben von außen erreicht diese Bereiche nicht.
Für SSDs nennt das BSI deshalb den im Laufwerk hinterlegten Löschbefehl ATA Enhanced Security Erase. Er weist die Elektronik an, sämtliche Zellen inklusive der Reserve selbst zurückzusetzen. Ausgeführt wird er über das Werkzeug des Herstellers, etwa Samsung Magician, Crucial Storage Executive, WD Dashboard oder Kingston SSD Manager. Wer keinen Herstellerdienst findet, greift zu einer startfähigen Löschumgebung wie ShredOS oder nwipe.
| Speichertyp | Wirksames Verfahren | Reicht nicht |
|---|---|---|
| Smartphone ab Android 6 / iPhone | Konten abmelden, dann Reset mit Inhaltslöschung | Einstellungen zurücksetzen, App-Daten löschen |
| Festplatte (HDD) | Komplettes Überschreiben mit Zufallszahlen | Schnellformatierung, Partition löschen |
| SSD und NVMe | ATA Enhanced Security Erase über das Herstellerwerkzeug | Überschreiben von außen, weil Reservezellen unerreichbar bleiben |
| USB-Stick, SD-Karte | Von Anfang an verschlüsseln, sonst physisch zerstören | Formatieren, Überschreiben, Papierkorb leeren |
| Verschlüsseltes Laufwerk | Schlüssel vernichten (Crypto Erase) | Nur das Kennwort ändern |
Unter Windows 11 führt der bequeme Weg über Einstellungen, System, Wiederherstellung, Diesen PC zurücksetzen, Alles entfernen. Dort erscheint die Wahl zwischen Dateien einfach entfernen und Laufwerk vollständig bereinigen. Für ein Gerät, das im Haushalt bleibt, genügt die erste Option. Wer das Gerät weggibt, nimmt die zweite: Sie dauert deutlich länger und ist genau deshalb die richtige. Seit Version 24H2 aktiviert Windows die Geräteverschlüsselung bei Neuinstallationen mit Microsoft-Konto standardmäßig. Prüfen können Sie das unter Datenschutz und Sicherheit, Geräteverschlüsselung. Ist sie aktiv, wirkt das Zurücksetzen zusätzlich als Crypto Erase.
Auf dem Mac heißt die Funktion Alle Inhalte und Einstellungen löschen und sitzt in den Systemeinstellungen unter Allgemein, Übertragen oder Zurücksetzen. Sie setzt einen Apple-Silicon-Chip oder den T2-Sicherheitschip voraus, also grob Modelle ab 2018, sowie mindestens macOS Monterey. Ältere Intel-Macs ohne T2 löschen Sie stattdessen im Wiederherstellungsmodus über das Festplattendienstprogramm, nachdem FileVault aktiviert war. Löschschutz für Ihre Daten außerhalb des Geräts einrichten
USB-Sticks und SD-Karten: der blinde Fleck jeder Löschanleitung
Kaum eine Anleitung wird an dieser Stelle deutlich, deshalb hier die unbequeme Version: Ein USB-Stick oder eine SD-Karte lässt sich mit Bordmitteln nicht zuverlässig löschen. Beide arbeiten intern wie eine SSD, verteilen Schreibvorgänge also über die Zellen und halten Reserveblöcke vor. Anders als eine SSD unterstützen sie aber praktisch nie einen Secure-Erase-Befehl, mit dem sich dieser versteckte Bereich ansprechen ließe. Formatieren berührt fast nichts, mehrfaches Überschreiben lässt Reste zurück, und niemand kann Ihnen sagen, welche.
Daraus folgen drei praktische Regeln, die im Alltag mehr bringen als jedes Löschprogramm:
- Verschlüsseln, bevor die ersten Daten drauf sind: Ein Stick, der von Anfang an mit VeraCrypt oder BitLocker To Go verschlüsselt war, ist beim Weggeben unkritisch. Nachträglich verschlüsseln hilft nicht, weil die alten Klartext-Reste in den Zellen bleiben.
- Im Zweifel zerstören statt weitergeben: Ein Stick kostet ein paar Euro, Ausweisscans und Steuerunterlagen sind unbezahlbar. Der Speicherchip ist der schmale schwarze Baustein auf der Platine, ein Schlag mit dem Hammer darauf beendet die Diskussion. Das BSI rät ausdrücklich davon ab, Datenträger in der Mikrowelle zu zerstören, weil dabei Brände und giftige Dämpfe entstehen können.
- Die Karte in der Kamera nicht vergessen: SD-Karten wandern beim Verkauf von Kameras, Drohnen, Dashcams und Wildkameras regelmäßig mit. Die Karte gehört zu Ihnen, nicht zum Gerät, auch wenn sie im Schacht steckt.
Die Geräte, an die beim Löschen niemand denkt
Handy und Laptop sind der offensichtliche Teil. Deutlich mehr Daten geben Menschen unbeabsichtigt über Geräte weiter, die niemand für Datenspeicher hält, weil sie keinen Bildschirm mit Ordnern haben. Diese Liste ist der Teil dieses Ratgebers, der beim nächsten Umzug oder Kellerausmisten den größten Unterschied macht:
- Router und Repeater: Speichern WLAN-Kennwort, Zugangsdaten des Anbieters, oft Telefonbuch und Anrufliste, bei manchen Modellen sogar Anrufbeantworter-Nachrichten. Vor der Weitergabe zwingend auf Werkseinstellungen zurücksetzen, meist über eine versenkte Taste am Gehäuse.
- Drucker und Multifunktionsgeräte: Bessere Modelle puffern gescannte und gedruckte Dokumente auf einem internen Speicher, dazu kommen das WLAN-Kennwort und das hinterlegte Mailkonto für die Scan-to-Mail-Funktion. Im Menü gibt es fast immer einen Punkt zum Zurücksetzen aller Einstellungen.
- Das Auto: Das Infotainment übernimmt beim Koppeln Kontakte, Anruflisten und Navigationsziele, also auch Ihre Heimatadresse. Beim Verkauf oder bei der Rückgabe eines Leasingwagens muss das Profil im Fahrzeug und im Herstellerkonto weg. Wie das geht, steht in unserem Ratgeber zu Fahrzeugdaten im Connected Car.
- Smartwatch und Fitness-Tracker: Puls, Schlaf und Trainingsstrecken sind Gesundheitsdaten und damit besonders schützenswert. Erst in der zugehörigen App entkoppeln, dann am Gerät zurücksetzen, sonst bleibt die Verbindung zum Konto bestehen.
- Smart-TV und Streaming-Sticks: Angemeldete Streaming-Konten, das WLAN-Kennwort und ein oft jahrelang gewachsenes Sehprofil. Wer den Fernseher weitergibt, sollte ihn zurücksetzen und vorher die Analysefunktionen prüfen, wie im Beitrag zum Abschalten der Bildschirmanalyse ACR beschrieben.
- Spielekonsole und NAS: Hier liegen Zahlungsmittel im Store-Konto und im Netzwerkspeicher meist die kompletten Familienfotos. Bei einer Konsole zuerst die Konsole im Konto deaktivieren, sonst blockiert sie einen Ihrer Aktivierungsplätze dauerhaft.
Nach dem Verkauf: Was in Ihren Konten zurückbleibt
Das Gerät ist raus, die Arbeit ist es nicht. Ein Smartphone ist bei jedem großen Anbieter als eigener Eintrag in einer Geräteliste hinterlegt, und dieser Eintrag verschwindet nicht, nur weil das Gerät gelöscht wurde. Er trägt weiter Berechtigungen, und in manchen Fällen erlaubt er Sitzungen, die Sie nicht mehr überblicken. Fünf Kontrollen genügen:
- Geräteliste bereinigen: Bei Google unter myaccount.google.com im Bereich Sicherheit, bei Apple auf appleid.apple.com unter Geräte, bei Microsoft unter account.microsoft.com. Das verkaufte Gerät dort entfernen.
- Verknüpfte Sitzungen beenden: Messenger, Streaming-Dienste und der Passwort-Manager führen eigene Listen. Ein abgemeldetes Telefon taucht dort oft noch wochenlang als aktive Sitzung auf.
- Zweiten Faktor kontrollieren: Prüfen Sie bei Bank, Mailanbieter und den wichtigsten Konten, welche Rufnummer und welches Gerät als Bestätigung hinterlegt sind. Eine tote Nummer im Wiederherstellungsprofil ist ein Ausschluss aus dem eigenen Konto.
- WLAN-Kennwort wechseln: Nur relevant, wenn Sie ein Gerät weitergeben, das dauerhaft in Ihrem Netz war, etwa ein Tablet oder einen Fernseher. Es dauert fünf Minuten und schließt eine stille Lücke.
- Die Verkaufsspur ansehen: Der Verkauf selbst ist ein Datenvorgang. Name, Anschrift und häufig die Bankverbindung gehen an eine Plattform und an einen Fremden, das Versandetikett trägt Ihre Adresse durch mehrere Hände.
Der letzte Punkt führt zum eigentlichen Kern der Sache. Ein sauber gelöschtes Gerät schützt vor dem, was auf dem Chip lag. Es ändert nichts an dem, was längst außerhalb Ihrer Wohnung gespeichert ist: Anschrift, Haushaltsgröße, Kaufinteressen und geschätzte Kaufkraft, gesammelt und gehandelt von Werbe- und Adressdatenbanken. Diese Bestände wachsen bei jedem Gewinnspiel, jedem Kleinanzeigen-Verkauf und jeder Bestellung ein Stück weiter, und sie interessiert es nicht, wie gründlich Sie Ihre Festplatte behandelt haben. Werbeprofil an der Quelle löschen lassen
Reparatur, Rückgabe und Elektroschrott: drei Sonderfälle
Nicht jede Weitergabe ist ein Verkauf, und die Regeln unterscheiden sich deutlich. Bei einer Reparatur können Sie das Gerät oft nicht löschen, weil sonst der Fehler nicht mehr auftritt. Legen Sie dann wenigstens die Sicherung vorher an, entfernen Sie SIM und Speicherkarte, deaktivieren Sie den biometrischen Zugang und richten Sie, wenn möglich, ein separates Konto ohne Ihre Daten ein. Das BSI nennt die Reparatur ausdrücklich als einen der Anlässe, bei denen die Frage nach den eigenen Daten zu stellen ist.
Bei einer Rückgabe, etwa eines Diensthandys oder eines Leasinggeräts, gilt die umgekehrte Sorgfalt: Das Gerät gehört Ihnen nicht, Ihre privaten Daten aber schon. Löschen Sie Ihr privates Konto, bevor Sie abgeben, und lassen Sie sich die Rückgabe quittieren. Bei Elektroschrott schließlich ist die Rückgabe im Handel oder am Wertstoffhof zwar geregelt, der Weg des Geräts danach für Sie aber nicht mehr nachvollziehbar. Genau deshalb gehört der Datenträger vorher behandelt und nicht erst in der Sammelbox.
Datenschutz beim Geräteverkauf: Welchen Vorteil bietet Datenputzer?
Den Speicher eines Geräts bekommen Sie mit den Schritten oben selbst sauber. Was Sie mit Werkzeugen am Gerät nicht erreichen, sind die Kopien Ihrer Daten außerhalb davon, und die sind zahlreicher. Ein Handywechsel legt fast immer offen, wie viele Konten sich über die Jahre angesammelt haben: Shops, in denen Sie einmal bestellt haben, Foren, Apps und Portale, deren Namen Sie nicht mehr erinnern. Der Tiefenscan übernimmt an dieser Stelle die Inventur und macht sichtbar, welche verwaisten Konten und Schattenprofile noch auf Ihre Adressen laufen, während Sie das Gerät bereits verpackt haben.
Die zweite Ebene sind die Werbe- und Adressdatenbanken. Hinter Namen wie Acxiom, AZ Direct, Deutsche Post Direkt oder Schober stehen Bestände, die Anschrift, Haushaltsmerkmale und abgeleitete Kaufinteressen zusammenführen und weiterverkaufen. Dagegen hilft kein Löschbefehl auf einem Laufwerk, sondern nur der Rechtsweg: Die Datenbroker-Löschung stellt für Sie Löschanfragen nach Art. 17 DSGVO an über 100 dieser Anbieter, verfolgt die Antworten nach und hakt nach, wo keine kommt. Wir versprechen dabei kein Ergebnis, das wir bei Dritten nicht erzwingen können, aber wir führen das Verfahren vollständig und dokumentiert. Nicht betroffen sind Einträge bei Auskunfteien wie SCHUFA oder CRIF, für die eine eigene Rechtsgrundlage gilt und die wir bewusst nicht antasten.
Der Gedanke dahinter ist derselbe wie bei einem sauber gelöschten Datenträger, nur eine Ebene höher: Sie beseitigen nicht die Symptome, sondern den Bestand, aus dem sie immer wieder entstehen. Schutz vor neuen Datenspuren einrichten
Häufige Fragen zum Löschen vor dem Geräteverkauf
Reicht es, das Handy auf Werkseinstellungen zurückzusetzen?
Warum muss ich das Google-Konto vor dem Zurücksetzen entfernen?
Wie lösche ich eine SSD richtig?
Kann man Daten von einem USB-Stick oder einer SD-Karte sicher löschen?
Was passiert mit meinen Daten in der Cloud, wenn ich das Gerät verkaufe?
Muss ich als Privatperson beim Geräteverkauf die DSGVO beachten?
Machen Sie sich unsichtbar.
Den Speicher eines Geräts bekommen Sie an einem Nachmittag sauber. Die Kopien Ihrer Anschrift und Ihrer Kaufinteressen in Werbedatenbanken nicht. Wir fordern deren Löschung bei über 100 Brokern an und legen dabei die alten Konten offen, die noch auf Ihren Namen laufen.
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