Handy und Laptop verkaufen: Daten wirklich unwiderruflich löschen

Von Kevin Pabst
IT-Security Expert
Handy und Laptop verkaufen und Daten löschen: Sammlung ausrangierter Mobiltelefone und Altgeräte
Bildquelle: Unsplash (Gemeinfrei)

Der Käufer bekommt das Gerät. Was er sonst noch bekommt, entscheidet sich in den zehn Minuten davor. Digitale Altlasten aufspüren lassen

Ein Werksreset allein reicht nicht in jedem Fall. Entscheidend sind zwei Dinge: ob der Speicher verschlüsselt war und ob Sie Ihre Konten vorher vom Gerät getrennt haben. Bei Laufwerken kommt es zusätzlich auf die Bauart an, HDD und SSD brauchen verschiedene Verfahren. Und ein Teil Ihrer Daten liegt ohnehin woanders.

Auf einen Blick: Geräte sicher weitergeben

  • Die Reihenfolge ist wichtiger als das Werkzeug: erst Konten abmelden, dann löschen.
  • Verschlüsselung macht den Reset erst wirksam, weil dabei nur der Schlüssel stirbt.
  • HDD überschreiben, SSD per Secure Erase, USB-Stick und SD-Karte besser zerstören.
  • Router, Drucker, Auto und Smartwatch speichern mehr, als ihr Preis vermuten lässt.
  • Nach dem Verkauf: Gerät aus der Kontoliste werfen, zweiten Faktor umziehen.
  • Der leere Speicher ändert nichts an dem, was Werbedatenbanken über Sie führen.

Warum ein Werksreset nicht automatisch alles löscht

Wenn Sie eine Datei löschen, passiert im Speicher zunächst wenig. Das Betriebssystem streicht den Eintrag aus dem Inhaltsverzeichnis und gibt den Platz zum Überschreiben frei. Die Bits selbst bleiben liegen, bis etwas Neues sie überschreibt, und das kann Monate dauern oder nie geschehen. Stellen Sie sich ein Lagerhaus vor, in dem eine Kiste nicht ausgeräumt, sondern nur aus der Bestandsliste gestrichen wird. Wer die Liste ignoriert und die Regale abgeht, findet sie.

Genau das machen forensische Werkzeuge. Wie ergiebig das ist, hat das Datenrettungsunternehmen Attingo untersucht: Es kaufte 100 gebrauchte Datenträger von Auktions- und Kleinanzeigenplattformen in Deutschland und Österreich, im Schnitt für rund sechs Euro pro Stück. Auf über 73 Prozent davon lagen noch vertrauliche Inhalte, darunter Gehaltslisten, Kundendaten und ein kompletter Mailserver. In einer früheren Erhebung desselben Anbieters aus dem Jahr 2014 waren es 28 Prozent gewesen. Der Anteil ist also nicht gesunken, obwohl das Thema seit Jahren bekannt ist.

Der zweite Grund, warum ein Reset trügerisch sein kann, ist die Menge an Geräten, die überhaupt nie zurückgesetzt wird. Der Digitalverband Bitkom kam bei einer repräsentativen Befragung von 1.004 Personen ab 16 Jahren im Frühjahr 2025 auf rund 195 Millionen ausrangierte Handys in deutschen Haushalten. 89 Prozent der Befragten besitzen mindestens ein ungenutztes Gerät. Jedes dieser Telefone in einer Schublade ist in aller Regel noch angemeldet, noch mit dem Konto verknüpft und noch voll mit Nachrichten.

Security Alert / Real Talk

Ein Käufer hat etwas, das kein Angreifer aus dem Netz besitzt: das Gerät in der Hand und unbegrenzt Zeit. Er muss keine Firewall überwinden, keine Anmeldung erraten und keinen Verdacht erregen. Er kann das Laufwerk in Ruhe ausbauen, es an einem zweiten Rechner auslesen und beliebig oft neu ansetzen. Und er ist selten der Letzte in der Kette, denn Gebrauchtgeräte werden weiterverkauft, verschenkt und vererbt. Deshalb gilt beim Weggeben ein anderer Maßstab als bei allem, was Sie online tun: Was einmal auf dem Datenträger bleibt, bleibt für immer, und Sie erfahren nie, wer es gefunden hat.

Der Hebel gegen dieses Problem heißt Verschlüsselung. Ist ein Speicher verschlüsselt, liegen die Daten dort nur als Zeichensalat, den erst ein Schlüssel lesbar macht. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik formuliert die Konsequenz in seinen Empfehlungen zum endgültigen Löschen von Daten knapp: Wenn Sie die Daten verschlüsselt haben, reicht es aus, alle Schlüssel sicher zu löschen. Fachleute nennen das Crypto Erase. Sie räumen nicht das Lagerhaus aus, Sie vernichten den einzigen Schlüssel zum Tor. Genau das tut ein moderner Werksreset, und deshalb ist er auf aktuellen Smartphones wirksam, auf einem alten USB-Stick dagegen fast bedeutungslos.

Die richtige Reihenfolge: sieben Schritte vor dem Zurücksetzen

Die meisten Anleitungen beginnen beim Reset. Das ist der Fehler, denn die entscheidenden Handgriffe liegen davor. Wer zuerst zurücksetzt, sperrt sich selbst aus den Kontoeinstellungen aus, verliert seinen zweiten Faktor und übergibt im schlimmsten Fall ein Gerät, das der Käufer gar nicht einrichten kann. Diese Abfolge hat sich in der Praxis bewährt:

Punkt sieben ist der Schritt, den fast niemand geht, und er kostet vier Minuten. Er beantwortet die einzige Frage, die zählt: Ist das Gerät jetzt tatsächlich so, wie es der nächste Besitzer vorfindet?

Smartphone verkaufen: Android und iPhone Schritt für Schritt

Bei Android führt der Weg über Einstellungen, System, Optionen zum Zurücksetzen, Alle Daten löschen (auf Werkseinstellungen zurücksetzen). Wichtig ist die Variante, die tatsächlich Inhalte entfernt, nicht das bloße Zurücksetzen von Einstellungen oder Netzwerkoptionen. Geräte, die ab Android 6 auf den Markt kamen, verschlüsseln ihren Speicher in aller Regel ab Werk, sodass der Reset als Crypto Erase wirkt. Für ältere Modelle gilt die Einschränkung des BSI, wonach diese Löschmethode je nach Hersteller und Gerät ausreichend sein kann, es aber nicht muss. Ein Telefon aus dieser Generation gehört nicht in den Verkauf, sondern in die Altgeräterückgabe, und zwar erst, nachdem Sie den Speicher zusätzlich gefüllt haben.

Beim iPhone genügt Einstellungen, Allgemein, iPhone übertragen oder zurücksetzen, Alle Inhalte und Einstellungen löschen. iOS deaktiviert dabei Wo ist samt Aktivierungssperre und fragt bei einer eSIM nach, ob das Mobilfunkprofil mit entfernt werden soll. Der Speicher ist bei jedem iPhone seit Jahren hardwareseitig verschlüsselt, der Löschvorgang vernichtet den zugehörigen Schlüssel und dauert deshalb nur Sekunden. Diese Kürze irritiert viele Nutzer und wird gelegentlich als Zeichen dafür gedeutet, dass nichts passiert sei. Das Gegenteil ist der Fall.

Die Verbraucherzentrale rät in ihrer Anleitung zum sicheren Löschen vor dem Verkauf zusätzlich zu einem simplen Trick für unsichere Fälle: den Speicher nach dem ersten Reset mit belanglosem Material vollschreiben, etwa mit einem langen Video einer weißen Wand, und anschließend erneut zurücksetzen. Das ist bei einem verschlüsselten Gerät überflüssig, bei einem alten unverschlüsselten Telefon aber die einzige Maßnahme, die ohne Spezialwerkzeug hilft.

Ein Punkt bleibt dabei offen, und er hat nichts mit der Technik zu tun: Ihr Konto lebt weiter. Die Fotos, Kontakte und Standortverläufe liegen im Rechenzentrum des Anbieters, nicht im verkauften Gehäuse. Wer den Anlass nutzen möchte, um auch dort aufzuräumen, findet den Einstieg in unserem Ratgeber zum Aufspüren und Schließen alter Accounts. Digitale Inventur mit dem Tiefenscan starten

Laptop und PC: HDD und SSD brauchen verschiedene Verfahren

Der häufigste Fehler beim Rechner ist die Annahme, alle Laufwerke ließen sich gleich behandeln. Prüfen Sie deshalb zuerst die Bauart. Unter Windows tippen Sie im Startmenü Laufwerke defragmentieren und optimieren ein: Die Spalte Medientyp nennt für jedes Laufwerk entweder Solid-State-Laufwerk oder Festplattenlaufwerk. Auf dem Mac steht die Angabe im Systembericht unter Speicher.

Bei einer klassischen Festplatte, also einer HDD mit rotierenden Scheiben, sitzt jedes Bit an einer festen physischen Stelle. Überschreiben funktioniert hier genau so, wie man es sich vorstellt, und laut BSI genügt in aller Regel ein Durchgang mit Zufallszahlen über die gesamte Platte. Bei einer SSD ist das anders. Ihr Controller verteilt Schreibvorgänge gleichmäßig über alle Zellen, damit einzelne nicht vorzeitig verschleißen. Ändern Sie eine Datei, landet die neue Fassung an einer anderen physischen Stelle, die alte wird lediglich zum Aufräumen vorgemerkt. Dazu kommt ein Reserveanteil von mehreren Prozent der Kapazität, den das Laufwerk für sich behält und den das Betriebssystem gar nicht sieht. Ein Überschreiben von außen erreicht diese Bereiche nicht.

Für SSDs nennt das BSI deshalb den im Laufwerk hinterlegten Löschbefehl ATA Enhanced Security Erase. Er weist die Elektronik an, sämtliche Zellen inklusive der Reserve selbst zurückzusetzen. Ausgeführt wird er über das Werkzeug des Herstellers, etwa Samsung Magician, Crucial Storage Executive, WD Dashboard oder Kingston SSD Manager. Wer keinen Herstellerdienst findet, greift zu einer startfähigen Löschumgebung wie ShredOS oder nwipe.

Speichertyp Wirksames Verfahren Reicht nicht
Smartphone ab Android 6 / iPhone Konten abmelden, dann Reset mit Inhaltslöschung Einstellungen zurücksetzen, App-Daten löschen
Festplatte (HDD) Komplettes Überschreiben mit Zufallszahlen Schnellformatierung, Partition löschen
SSD und NVMe ATA Enhanced Security Erase über das Herstellerwerkzeug Überschreiben von außen, weil Reservezellen unerreichbar bleiben
USB-Stick, SD-Karte Von Anfang an verschlüsseln, sonst physisch zerstören Formatieren, Überschreiben, Papierkorb leeren
Verschlüsseltes Laufwerk Schlüssel vernichten (Crypto Erase) Nur das Kennwort ändern

Unter Windows 11 führt der bequeme Weg über Einstellungen, System, Wiederherstellung, Diesen PC zurücksetzen, Alles entfernen. Dort erscheint die Wahl zwischen Dateien einfach entfernen und Laufwerk vollständig bereinigen. Für ein Gerät, das im Haushalt bleibt, genügt die erste Option. Wer das Gerät weggibt, nimmt die zweite: Sie dauert deutlich länger und ist genau deshalb die richtige. Seit Version 24H2 aktiviert Windows die Geräteverschlüsselung bei Neuinstallationen mit Microsoft-Konto standardmäßig. Prüfen können Sie das unter Datenschutz und Sicherheit, Geräteverschlüsselung. Ist sie aktiv, wirkt das Zurücksetzen zusätzlich als Crypto Erase.

Auf dem Mac heißt die Funktion Alle Inhalte und Einstellungen löschen und sitzt in den Systemeinstellungen unter Allgemein, Übertragen oder Zurücksetzen. Sie setzt einen Apple-Silicon-Chip oder den T2-Sicherheitschip voraus, also grob Modelle ab 2018, sowie mindestens macOS Monterey. Ältere Intel-Macs ohne T2 löschen Sie stattdessen im Wiederherstellungsmodus über das Festplattendienstprogramm, nachdem FileVault aktiviert war. Löschschutz für Ihre Daten außerhalb des Geräts einrichten

USB-Sticks und SD-Karten: der blinde Fleck jeder Löschanleitung

Kaum eine Anleitung wird an dieser Stelle deutlich, deshalb hier die unbequeme Version: Ein USB-Stick oder eine SD-Karte lässt sich mit Bordmitteln nicht zuverlässig löschen. Beide arbeiten intern wie eine SSD, verteilen Schreibvorgänge also über die Zellen und halten Reserveblöcke vor. Anders als eine SSD unterstützen sie aber praktisch nie einen Secure-Erase-Befehl, mit dem sich dieser versteckte Bereich ansprechen ließe. Formatieren berührt fast nichts, mehrfaches Überschreiben lässt Reste zurück, und niemand kann Ihnen sagen, welche.

Daraus folgen drei praktische Regeln, die im Alltag mehr bringen als jedes Löschprogramm:

Die Geräte, an die beim Löschen niemand denkt

Handy und Laptop sind der offensichtliche Teil. Deutlich mehr Daten geben Menschen unbeabsichtigt über Geräte weiter, die niemand für Datenspeicher hält, weil sie keinen Bildschirm mit Ordnern haben. Diese Liste ist der Teil dieses Ratgebers, der beim nächsten Umzug oder Kellerausmisten den größten Unterschied macht:

Nach dem Verkauf: Was in Ihren Konten zurückbleibt

Das Gerät ist raus, die Arbeit ist es nicht. Ein Smartphone ist bei jedem großen Anbieter als eigener Eintrag in einer Geräteliste hinterlegt, und dieser Eintrag verschwindet nicht, nur weil das Gerät gelöscht wurde. Er trägt weiter Berechtigungen, und in manchen Fällen erlaubt er Sitzungen, die Sie nicht mehr überblicken. Fünf Kontrollen genügen:

Der letzte Punkt führt zum eigentlichen Kern der Sache. Ein sauber gelöschtes Gerät schützt vor dem, was auf dem Chip lag. Es ändert nichts an dem, was längst außerhalb Ihrer Wohnung gespeichert ist: Anschrift, Haushaltsgröße, Kaufinteressen und geschätzte Kaufkraft, gesammelt und gehandelt von Werbe- und Adressdatenbanken. Diese Bestände wachsen bei jedem Gewinnspiel, jedem Kleinanzeigen-Verkauf und jeder Bestellung ein Stück weiter, und sie interessiert es nicht, wie gründlich Sie Ihre Festplatte behandelt haben. Werbeprofil an der Quelle löschen lassen

Reparatur, Rückgabe und Elektroschrott: drei Sonderfälle

Nicht jede Weitergabe ist ein Verkauf, und die Regeln unterscheiden sich deutlich. Bei einer Reparatur können Sie das Gerät oft nicht löschen, weil sonst der Fehler nicht mehr auftritt. Legen Sie dann wenigstens die Sicherung vorher an, entfernen Sie SIM und Speicherkarte, deaktivieren Sie den biometrischen Zugang und richten Sie, wenn möglich, ein separates Konto ohne Ihre Daten ein. Das BSI nennt die Reparatur ausdrücklich als einen der Anlässe, bei denen die Frage nach den eigenen Daten zu stellen ist.

Bei einer Rückgabe, etwa eines Diensthandys oder eines Leasinggeräts, gilt die umgekehrte Sorgfalt: Das Gerät gehört Ihnen nicht, Ihre privaten Daten aber schon. Löschen Sie Ihr privates Konto, bevor Sie abgeben, und lassen Sie sich die Rückgabe quittieren. Bei Elektroschrott schließlich ist die Rückgabe im Handel oder am Wertstoffhof zwar geregelt, der Weg des Geräts danach für Sie aber nicht mehr nachvollziehbar. Genau deshalb gehört der Datenträger vorher behandelt und nicht erst in der Sammelbox.

Datenschutz beim Geräteverkauf: Welchen Vorteil bietet Datenputzer?

Den Speicher eines Geräts bekommen Sie mit den Schritten oben selbst sauber. Was Sie mit Werkzeugen am Gerät nicht erreichen, sind die Kopien Ihrer Daten außerhalb davon, und die sind zahlreicher. Ein Handywechsel legt fast immer offen, wie viele Konten sich über die Jahre angesammelt haben: Shops, in denen Sie einmal bestellt haben, Foren, Apps und Portale, deren Namen Sie nicht mehr erinnern. Der Tiefenscan übernimmt an dieser Stelle die Inventur und macht sichtbar, welche verwaisten Konten und Schattenprofile noch auf Ihre Adressen laufen, während Sie das Gerät bereits verpackt haben.

Die zweite Ebene sind die Werbe- und Adressdatenbanken. Hinter Namen wie Acxiom, AZ Direct, Deutsche Post Direkt oder Schober stehen Bestände, die Anschrift, Haushaltsmerkmale und abgeleitete Kaufinteressen zusammenführen und weiterverkaufen. Dagegen hilft kein Löschbefehl auf einem Laufwerk, sondern nur der Rechtsweg: Die Datenbroker-Löschung stellt für Sie Löschanfragen nach Art. 17 DSGVO an über 100 dieser Anbieter, verfolgt die Antworten nach und hakt nach, wo keine kommt. Wir versprechen dabei kein Ergebnis, das wir bei Dritten nicht erzwingen können, aber wir führen das Verfahren vollständig und dokumentiert. Nicht betroffen sind Einträge bei Auskunfteien wie SCHUFA oder CRIF, für die eine eigene Rechtsgrundlage gilt und die wir bewusst nicht antasten.

Der Gedanke dahinter ist derselbe wie bei einem sauber gelöschten Datenträger, nur eine Ebene höher: Sie beseitigen nicht die Symptome, sondern den Bestand, aus dem sie immer wieder entstehen. Schutz vor neuen Datenspuren einrichten

Häufige Fragen zum Löschen vor dem Geräteverkauf

Reicht es, das Handy auf Werkseinstellungen zurückzusetzen?
Bei einem modernen, verschlüsselten Gerät ja, sofern Sie die Variante mit Inhaltslöschung wählen und SIM- sowie Speicherkarte vorher entnehmen. Der Reset vernichtet dann den Schlüssel, mit dem der Speicher verschlüsselt ist, und der verbleibende Datenrest ist ohne diesen Schlüssel nicht mehr lesbar. Das BSI schränkt allerdings ein: Bei älteren Smartphones kann diese Methode ausreichend sein, muss es aber nicht. Geräte, die vor Android 6 auf den Markt kamen, sollten Sie deshalb nicht ungeprüft weitergeben.
Warum muss ich das Google-Konto vor dem Zurücksetzen entfernen?
Wegen der Factory Reset Protection, die Android seit Version 5.1 mitbringt. Diese Diebstahlsperre merkt sich, welches Konto zuletzt auf dem Gerät angemeldet war, und verlangt bei der Neueinrichtung genau diese Zugangsdaten. Setzen Sie zuerst zurück und melden sich erst danach ab, bleibt die Sperre aktiv und der Käufer steht vor einem unbrauchbaren Gerät. Beim iPhone wirkt die Aktivierungssperre über Wo ist genauso. Die Reihenfolge lautet also immer: erst abmelden, dann löschen.
Wie lösche ich eine SSD richtig?
Nicht durch Überschreiben, sondern über den im Laufwerk hinterlegten Löschbefehl. Das BSI nennt dafür den herstellerspezifischen Befehl ATA Enhanced Security Erase. Praktisch führen Sie ihn über das Werkzeug des Herstellers aus, etwa Samsung Magician, Crucial Storage Executive, WD Dashboard oder Kingston SSD Manager. Der Grund für diesen Umweg ist die Verwaltung der Speicherzellen: Eine SSD schreibt neue Daten aus Verschleißgründen an eine andere physische Stelle und markiert die alte nur als frei. Ein Überschreiben von außen erreicht die alten Zellen deshalb gar nicht.
Kann man Daten von einem USB-Stick oder einer SD-Karte sicher löschen?
Nur eingeschränkt. Diese Medien nutzen dieselbe interne Umverteilung wie eine SSD, unterstützen aber in aller Regel keinen Secure-Erase-Befehl, mit dem sich der komplette Flash-Speicher inklusive der Reserveblöcke ansprechen ließe. Formatieren löscht praktisch nichts, mehrfaches Überschreiben lässt Reste zurück. Für einen Stick, auf dem Ausweisscans, Bewerbungen oder Steuerunterlagen lagen, ist die ehrliche Empfehlung deshalb: nicht weitergeben, sondern zerstören. Sinnvoll wird die Weitergabe erst, wenn das Medium von Anfang an verschlüsselt war.
Was passiert mit meinen Daten in der Cloud, wenn ich das Gerät verkaufe?
Nichts. Der Speicher im Gerät ist nur eine Kopie. Fotos, Kontakte, Nachrichtenverläufe und Standortchroniken liegen weiter im Konto bei Google, Apple oder Microsoft, und das Konto überlebt jeden Werksreset. Wichtig ist deshalb der zweite Schritt nach dem Verkauf: das verkaufte Gerät aus der Geräteliste des Kontos entfernen, verknüpfte Sitzungen beenden und prüfen, ob das alte Telefon noch als zweiter Faktor oder als Passkey-Speicher hinterlegt ist.
Muss ich als Privatperson beim Geräteverkauf die DSGVO beachten?
Für rein private Zwecke greift die Haushaltsausnahme nach Art. 2 Abs. 2 lit. c DSGVO, eine Rechtspflicht trifft Sie also in der Regel nicht. Praktisch ist das aber der unwichtigere Teil der Frage. Auf einem Familienhandy liegen Fotos, Adressen und Nachrichten von Menschen, die dem Verkauf nie zugestimmt haben. Wer beruflich mit dem Gerät gearbeitet hat, etwa als Selbstständiger mit Kundenkontakten, verlässt die Haushaltsausnahme ohnehin und ist für diese Daten verantwortlich.

Machen Sie sich unsichtbar.

Den Speicher eines Geräts bekommen Sie an einem Nachmittag sauber. Die Kopien Ihrer Anschrift und Ihrer Kaufinteressen in Werbedatenbanken nicht. Wir fordern deren Löschung bei über 100 Brokern an und legen dabei die alten Konten offen, die noch auf Ihren Namen laufen.

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