Capcom-Datenleck: 11,7 Millionen CAPCOM-ID-Konten betroffen

Von Kevin Pabst •
IT-Security Expert
Capcom Datenleck 2026: Gamepad im Neonlicht als Sinnbild für 11,7 Millionen betroffene CAPCOM-ID-Spielerkonten
Bildquelle: Unsplash (Gemeinfrei)

Ihre Spieleradresse liegt jetzt womöglich in einer Liste mit Millionen anderen. Wohin diese Liste wandert, sehen Sie von außen nicht. Benachrichtigt werden, wenn Ihre Adresse in einem Leak auftaucht

Die schnelle Antwort: Der japanische Spielehersteller Capcom (Monster Hunter, Resident Evil, Street Fighter) hat am 22. Oktober 2026 einen Hack seines Kontosystems CAPCOM ID bestätigt. Abgeflossen sind E-Mail-Adressen, Login-Zeitpunkte und die letzte IP-Adresse von 11,7 Millionen Konten weltweit. Passwörter und Kreditkarten sind laut Capcom nicht betroffen. Wer eine CAPCOM ID besitzt, sollte jetzt mit gezieltem Phishing rechnen.

Der Vorfall in drei Zahlen

  • 11,77 Mio. CAPCOM-ID-Datensätze weltweit betroffen, genau 11.774.247 nach Angaben von Capcom
  • 196 Konten, bei denen die Angreifer das Passwort geändert haben, Capcom hat sie zurückgesetzt
  • 43 Konten, bei denen zusätzlich Geburtsdatum, Geschlecht, Land und Spitzname abgeflossen sind

Der Vorfall im Zeitverlauf

  1. 19. Oktober Zugriff entdeckt Capcom bemerkt Anzeichen eines unbefugten Zugriffs, bestätigt ihn und beginnt, ihn zu blockieren.
  2. 20. Oktober Datenabfluss bestätigt Ein interner Krisenstab stellt fest, dass Kundendaten abgeflossen und Passwörter geändert wurden.
  3. 21. Oktober Polizei und Aufsicht informiert Meldung an die Polizei und die japanische Datenschutzbehörde.
  4. 22. Oktober Öffentliche Bestätigung Capcom nennt 11.774.247 betroffene Datensätze und beginnt, Kunden schrittweise zu informieren.
  5. Jetzt Phishing-Nachwelle erwarten Mails im Namen von Capcom, Steam oder PlayStation mit Bezug auf Ihr Konto sind ab sofort verdächtig.

Was bei Capcom passiert ist

CAPCOM ID ist das zentrale Benutzerkonto des Spieleherstellers. Spieler nutzen es für Online-Funktionen und Webdienste rund um Reihen wie Street Fighter, Monster Hunter oder Resident Evil, häufig verknüpft mit ihrem Konto bei Steam, PlayStation, Xbox oder Nintendo. Genau dieses Kontosystem haben Unbekannte angegriffen. Laut der offiziellen Mitteilung von Capcom vom 22. Oktober 2026 fiel der Zugriff am 19. Oktober auf, wurde blockiert, und schon einen Tag später stand fest, dass Kundendaten abgeflossen sind.

Anders als bei vielen Leaks, über die wir berichten, handelt es sich hier nicht um eine Behauptung aus einem Hackerforum, sondern um eine vom Unternehmen selbst bestätigte Zahl. Wie BleepingComputer berichtet, hat sich bisher keine Gruppe zu dem Angriff bekannt, und Capcom nennt den Einfallsweg nicht. Das Unternehmen erklärt lediglich, die Angriffsmethode identifiziert und Gegenmaßnahmen ergriffen zu haben. Spiele und Onlinedienste laufen weiter. Wie viele der 11,7 Millionen Konten auf Spieler in Deutschland, Österreich und der Schweiz entfallen, hat Capcom nicht aufgeschlüsselt. Angesichts der Verbreitung der Reihen im DACH-Raum ist aber von einer sehr großen Zahl auszugehen.

Welche Daten abgeflossen sind und was daraus folgt

Auf den ersten Blick wirkt die Liste harmlos: kein Passwort, keine Kreditkarte, keine Anschrift. Das täuscht. Die Kombination ist genau das, was Betrüger für überzeugendes Phishing brauchen, also für gefälschte Nachrichten, die Sie zur Eingabe Ihrer Zugangsdaten auf einer nachgebauten Seite bewegen sollen.

Datentyp Konkretes Risiko Woran Sie den Missbrauch erkennen
E-Mail-Adresse (alle 11,7 Mio.) Gezieltes Phishing im Namen von Capcom oder der Spieleplattformen, Aufnahme in Spam- und Betrugslisten Mails zu "Kontoverifizierung", "Sicherheitsvorfall", Gratis-DLC oder Entschädigung mit Link zum Login
Letzte Anmeldung, Login-Anzahl, Erstellungsdatum Glaubwürdigkeit: Echte Kontodetails lassen eine Fälschung wie eine offizielle Sicherheitsmeldung wirken Nachrichten, die Ihr echtes Login-Datum nennen und eine "verdächtige Anmeldung" melden
IP-Adresse der letzten Anmeldung Verrät Internetanbieter und ungefähre Region, stärkt die Glaubwürdigkeit von Fälschungen Phishing, das Ihren Anbieter oder Ihre Stadt erwähnt
Geburtsdatum, Geschlecht, Land, Spitzname (43 Konten) Persönlich zugeschnittene Betrugsversuche, Verknüpfung mit anderen Profilen Ansprache mit Ihrem Gamer-Namen, Anfragen in Discord oder sozialen Netzwerken
Passwort, Kreditkarte Laut Capcom nicht abgeflossen Passwort trotzdem ändern, wenn Sie es auch woanders verwenden

Der eigentliche Hebel ist der Kontext. Eine Mail mit dem Satz "Am 14. Oktober um 21:32 Uhr gab es eine Anmeldung bei Ihrer CAPCOM ID von der IP-Adresse ..." enthält ab jetzt womöglich echte Werte. Viele Menschen halten eine Nachricht für glaubwürdig, sobald sie ein Detail darin wiedererkennen. Genau darauf setzen Täter beim Spear-Phishing, also bei Betrugsversuchen, die auf eine bestimmte Person zugeschnitten sind statt wahllos gestreut.

Security Alert / Real Talk

Die 196 geänderten Passwörter sind das eigentliche Warnsignal. Sie zeigen, dass die Angreifer nicht nur Daten kopieren, sondern Konten übernehmen wollten. Ein Spielerkonto mit verknüpftem Steam- oder PlayStation-Konto, Sammlerstücken und Spielständen ist auf Schwarzmärkten bares Geld wert. Wer sein Spielepasswort auch beim E-Mail-Postfach nutzt, gibt Tätern im Ernstfall beides zugleich.

Eine abgeflossene Adresse lässt sich nicht zurückholen, aber Sie können erfahren, wenn sie in einem weiteren Leak auftaucht, statt es aus der nächsten Betrugsmail zu schließen. Frühwarnung für Ihre Spieleradresse einrichten.

Bin ich betroffen? Die Prüfung in vier Fragen

Capcom informiert Betroffene nach eigenen Angaben schrittweise. Bis die Mail bei Ihnen ankommt, können Tage vergehen, und manche Benachrichtigung landet im Spam-Ordner. Gehen Sie deshalb die folgenden Fragen selbst durch:

Bin ich betroffen? In vier Fragen

1
Haben Sie jemals eine CAPCOM ID angelegt, etwa für Street Fighter 6, Monster Hunter oder ein Capcom-Gewinnspiel?
Ja oder unsicher: Suchen Sie in Ihrem Postfach nach "CAPCOM ID". Bei 11,7 Millionen Datensätzen sollten Sie von einer Betroffenheit ausgehen. Weiter mit Frage 2. Nein, nie: Ihr Konto ist nicht betroffen. Mails "von Capcom" zu diesem Vorfall sind für Sie dann mit hoher Wahrscheinlichkeit Phishing.
2
Können Sie sich mit Ihrem gewohnten Passwort noch bei der CAPCOM ID anmelden?
Nein: Ihr Konto könnte zu den 196 Fällen gehören, in denen das Passwort geändert wurde. Setzen Sie es über die offizielle Capcom-Seite zurück und kontaktieren Sie den Capcom-Support. Ja: Gut. Weiter mit Frage 3.
3
Nutzen Sie Ihr CAPCOM-ID-Passwort auch bei Steam, PlayStation, Xbox, Nintendo oder Ihrem E-Mail-Postfach?
Ja: Ändern Sie es überall, zuerst beim E-Mail-Postfach, und verwenden Sie künftig für jedes Konto ein eigenes Passwort. Nein: Eine vorsorgliche Änderung bei Capcom genügt.
4
Läuft Ihre CAPCOM ID über dieselbe Adresse wie Bank, Shopping und Behördenpost?
Ja: Die Phishing-Nachwelle trifft Ihr Hauptpostfach. Prüfen Sie besonders Mails zu Konten und Zahlungen kritisch. Nein, eigene Gaming-Adresse: Das Risiko bleibt auf diese Adresse begrenzt.
Gewissheit gibt Ihnen nur Capcom selbst. Nach Art. 15 DSGVO können Sie Auskunft darüber verlangen, welche Daten zu Ihrer CAPCOM ID gespeichert sind.

Ob dieselbe Adresse auch schon in früheren, bereits veröffentlichten Datenpannen steckt, sagt Ihnen ein kurzer Abgleich. Kostenlos prüfen, ob Ihre E-Mail-Adresse in bekannten Leaks vorkommt.

Was Sie jetzt konkret tun sollten

Die folgenden Schritte kosten Sie zusammen etwa eine Viertelstunde. Die Reihenfolge ist bewusst gewählt: erst das Postfach, dann die Spielekonten.

Ein Passwortwechsel heute schützt vor dem Angriff von heute. Gegen die Liste, die nun womöglich weitergereicht wird, hilft nur, rechtzeitig von neuen Funden zu erfahren. Darknet-Überwachung für Ihre E-Mail-Adresse aktivieren.

Warum gerade Spielerkonten ein lohnendes Ziel sind

Gaming-Konten werden oft unterschätzt. Sie enthalten selten Bankdaten, sind aber über verknüpfte Plattformkonten, gekaufte Inhalte und seltene Gegenstände mit echtem Geldwert verbunden. Hinzu kommt, dass viele Spieler sehr jung angefangen haben und ihre Konten mit einfachen, mehrfach genutzten Passwörtern angelegt haben, die nie geändert wurden. Ein Konto, das seit Jahren nicht mehr benutzt wird, fällt bei einer Übernahme zudem niemandem auf.

Für Eltern ist der Fall deshalb doppelt relevant. Hat Ihr Kind eine CAPCOM ID, etwa für ein Online-Spiel, dann ist mit hoher Wahrscheinlichkeit auch dessen Adresse betroffen, und Kinder fallen auf Gratis-Versprechen in Spielen besonders leicht herein. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, dass Capcom, Steam oder PlayStation niemals per Chat nach einem Passwort oder Bestätigungscode fragen.

Häufige Fragen zum Capcom-Datenleck

Wurde mein CAPCOM-ID-Passwort gestohlen?
Nach Angaben von Capcom gibt es keine Hinweise darauf, dass die von Kunden selbst gesetzten Passwörter abgeflossen sind. Bei 196 Konten haben die Angreifer das Passwort jedoch geändert, Capcom hat diese Konten zurückgesetzt. Wenn Sie sich nicht mehr mit Ihrem gewohnten Passwort anmelden können, setzen Sie es über die offizielle CAPCOM-ID-Seite neu, nicht über einen Link aus einer Mail.
Wie erfahre ich, ob mein Konto betroffen ist?
Capcom benachrichtigt betroffene Kunden nach eigenen Angaben schrittweise und hat dafür regionale Anlaufstellen eingerichtet. Bei 11,7 Millionen von weltweit betroffenen Datensätzen sollten Sie davon ausgehen, dass Ihr Konto dabei ist, wenn Sie eine CAPCOM ID besitzen. Ob Sie eine haben, erkennen Sie zum Beispiel an früheren Mails von Capcom zur Registrierung oder an einer Verknüpfung in Spielen wie Street Fighter 6 oder Monster Hunter.
Was können Kriminelle mit meiner IP-Adresse anfangen?
Eine IP-Adresse verrät in der Regel Ihren Internetanbieter und eine ungefähre Region, nicht Ihre Hausanschrift. Für Betrüger ist sie vor allem ein Glaubwürdigkeitsbaustein: Eine Phishing-Mail, die Ihre echte letzte Anmeldung samt Datum und IP-Adresse nennt, wirkt deutlich echter als eine allgemeine Warnung. Wer eine feste IP-Adresse hat, etwa bei manchen Business-Anschlüssen, sollte zusätzlich seinen Router aktuell halten.
Sind meine Zahlungsdaten bei Capcom betroffen?
Nach Angaben von Capcom nein. Kreditkartendaten waren nicht Teil der abgeflossenen Daten. Käufe in Spielen laufen ohnehin meist über Steam, PlayStation Store, Xbox oder Nintendo eShop, deren Konten von diesem Vorfall nicht direkt betroffen sind. Seien Sie trotzdem misstrauisch, wenn Sie nach dem Vorfall aufgefordert werden, Zahlungsdaten zu bestätigen.
Sollte ich für Spielekonten eine eigene E-Mail-Adresse nutzen?
Ja, das ist sinnvoll. Wenn Ihre Spielekonten auf einer eigenen Adresse laufen, trifft ein Leak wie bei Capcom nicht Ihr Hauptpostfach, über das Sie Bank, Shopping und Behördenpost abwickeln. Eine verbrannte Adresse lässt sich dann einfach stilllegen. Solche Adressen legen Sie zum Beispiel im Wegwerf-E-Mail-Postfach von Datenputzer an.

Warum ein einmaliger Check nach dem Capcom-Leak nicht reicht

Capcom kennt die Gesamtzahl, aber wer die Daten jetzt besitzt und was damit geschieht, weiß niemand. Die Benachrichtigungen laufen gestaffelt, und gestohlene Datensätze tauchen meist nicht sofort offen im Darknet auf: Oft werden sie zunächst im kleinen Kreis verkauft oder von den Tätern selbst für Phishing genutzt und erst Wochen oder Monate später breit gehandelt oder als komplettes Paket veröffentlicht. Ein Check, der heute nichts findet, ist deshalb keine Entwarnung. Unser Darknet-Radar gleicht Ihre hinterlegte E-Mail-Adresse zweimal täglich mit neu bekannt gewordenen Datenpannen ab und benachrichtigt Sie beim nächsten Abgleich, sobald sie dort auftaucht. Der kostenlose Check zeigt nur Leaks, die bereits veröffentlicht sind, vor künftigen Funden warnt erst das laufende Monitoring. Benachrichtigt werden, wenn Ihre Capcom-Adresse in einem neuen Leak auftaucht.

Machen Sie es Datenhändlern schwerer.

Ob ein Spielehersteller gehackt wird, liegt nicht in Ihrer Hand. Ob Sie es rechtzeitig erfahren und ob dabei Ihr Hauptpostfach mit auf der Liste steht, schon. Datenputzer benachrichtigt Sie, wenn Ihre Adresse in einem neuen Leak auftaucht, und gibt Ihnen Alias-Postfächer für Spiele, Launcher und Shops.

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Hinweis der Redaktion: Die Redaktion setzt bei der Erstellung und sprachlichen Verbesserung ihrer Artikel KI-Systeme ein. Verantwortlich für den Inhalt: Kevin Pabst, Datenputzer. Die Artikel werden mit synthetischen Stimmen vertont, um sie einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.